Glueck

Höher, schneller, weiter – Unglück im Glück

Wir wollen glücklich sein. Das will doch irgendwie jeder, oder? Vor allem in Zeiten, in denen uns die Marketingwelt verspricht, dass Sie sich das Glück quasi erkaufen können. Konsum lautet das Stichwort und die scheinbar einfache Lösung, sollte die Frage aufkommen:

Wie finde ich mein Glück?

Doch was ist das gekaufte Glück wirklich wert?

Das Glück der anderen

Glück hat keine feste Definition. Jeder Mensch definiert für sich selbst, was Glück bedeutet und ob er glücklich ist. Doch viele Menschen setzen Glück mit dem Streben nach immer mehr gleich. Einen sicheren Arbeitsplatz zu haben, reicht zum Beispiel nicht mehr aus. Immerhin erklimmt der ehemalige Schulkamerad oder beste Freunde gerade die Karriereleiter. Ihre eigene bisher recht linear verlaufende Karriere bei der Bank, der damit verbundene sichere und sogar noch gut bezahlte Arbeitsplatz ist auf einmal nicht mehr genug.

Das erreichte Glück ohne Glücksgefühl

Es wird oft von der Neidgesellschaft gesprochen. In der Tat verhindert der Blick nach rechts und links oft unser eigenes Glück. Menschen wollen das, was andere haben und sie scheinbar selbst nicht haben können. Genau so lange, bis sie dann irgendwann das gleiche haben. Dann ist aber nicht etwa das wahrhaftige Glücksgefühl angesagt. Es wird stattdessen wieder etwas Neues gefunden, das man selbst nicht hat. Und so entwickelt sich die Suche nach dem Glück, zumindest im Beruf, schnell zum persönlichen Kampf im Hamsterrad.

Suchen Sie nach Ihrem persönlichen Glück

Wenn Sie versuchen wollen, den Absprung aus diesem Hamsterrad zu finden, schauen Sie doch zur Abwechslung einmal auf Ihre eigene Laufbahn. Verschwenden Sie Ihre Zeit und Energie nicht damit, den Lebenslauf von anderen Menschen neidisch zu betrachten. Vielmehr sollten Sie sich Ihrer eigenen Leistungen bewusst werden. Das Streben nach Glück im Berufsleben wird nämlich nur dann von Erfolg gekrönt sein, wenn Sie für sich selbst zufrieden sind. Jagen Sie nicht den Träumen anderer Menschen hinterher, nur weil Sie denken, Ihr eigener Weg ist nicht gut genug. Sie sollten nur dann etwas verändern, wenn das Ihr eigener Wunsch und nicht das Ergebnis von Neid ist.

Verwechslunggefahr: Leistungsdruck oder Glück?

Die Denkweise, dass Karriere und das Streben nach mehr der einzig richtige Weg hin zum ganz großen Glück sind, wird bereits viel früher geprägt. Schon Kinder wachsen oft mit dem Bewusstsein auf, dass Mitschwimmen in der Masse nicht genug ist. Die eigene Freizeit nach der Schule und den Hausaufgaben auf dem Spielplatz zu verbringen, ist nicht okay. Das wird zumindest so vermittelt. Geigenunterricht nach der Schule, Französischunterricht am Wochenende – immerhin soll der Nachwuchs alles andere als nur Durchschnitt sein. Dieses Streben nach dem Besonderen ist nicht gleichzusetzen mit Ehrgeiz. Ehrgeiz ist wichtig im Leben. Wird Kindern kein Ehrgeiz vermittelt oder der Gedanke, dass Ehrgeiz wichtig ist, werden Erwachsene auch nicht versuchen, das Bestmögliche aus ihrem Leben herauszuholen.

Marketing vermittelt verzerrte Realität

Doch die Marketingwelt verspricht Eltern und Kindern mehr. Das moderne Marketing will keinen Ehrgeiz vermitteln, sondern zeigen:

Mit unseren Produkten wird Ihr Kind zu etwas ganz Besonderem.

Auf einmal ist das tägliche Spielen auf dem Spielplatz nicht mehr genug. Irgendetwas “Sinnvolles” muss das Kind schon machen. Und so wird Kindern bereits im frühen Alter vermittelt, dass hohe Ansprüche wichtig sind und Durchschnitt nicht genug ist. Das führt nicht selten zu einem sehr großen Geltungsdrang, wenn diese Kinder dann erwachsen werden. Viel öfter führt es aber dazu, dass diese Menschen das Gefühl in sich tragen, immer noch mehr zu wollen. Selbst, wenn das scheinbar perfekte Leben bereits erreicht wurde, sind diese Menschen ständig auf der Suche nach dem Glück. Nicht selten führt das zu einem Teufelskreislauf, aus dem es schwer fällt, wieder auszubrechen. Statt Glück zu erleben, leben die Menschen nur noch dafür, durch Konsum dem vermeintlichen Glück hinterher zu jagen, ohne es jemals erreichen zu können.

Befreien Sie Ihr Kind aus diesem Hamsterrad

Um zu vermeiden, dass Ihr Kind in ein ähnliches Unglück verfällt, sollten Sie entgegen den vielen Versprechungen der Marketingwelt, zunächst einmal dafür sorgen, dass Ihr Kind auch Kind sein darf. Verantwortung, Sorgen und Verpflichtungen wird Ihr Nachwuchs noch früh genug lernen. Stellen Sie sicher, dass Ihr Kind nur den Hobbies nachgeht, die es auch wirklich mit viel Leidenschaft verfolgt. Auch in diesem Fall gilt: Schauen sie nicht nach links oder rechts, sondern bleiben Sie bei sich und behalten Sie den Blick auf Ihr Kind.

Erziehen Sie ohne Leistungsdruck

Nur, weil das Kind der Nachbarn neben dem Klavierunterricht auch noch zusätzlichen Sprachunterricht nimmt, heißt das nicht, dass Ihr Kind etwas verpasst. Jedes Elternteil will, dass aus dem eigenen Kind ein verantwortungsbewusster und zielstrebiger Erwachsener wird. Etwas Besonderes ist Ihr Kind doch ohnehin schon, oder? Sorgen Sie dafür, dass es seine Kindheit ganz ohne Zwänge genießen darf. Das pure Glück bedeutet für die meisten Kinder nämlich, den Nachmittag einfach mit Freunden auf dem Spielplatz zu verbringen, mit Papa zu toben und mit Mama zu kuscheln.

Konsumzwang verhindert Glück

Das Anspruchsdenken wird früh geprägt und oft auch aus dem eigenen Elternhaus vermittelt. Die Marketingwelt verspricht jedoch vor allem eins: Sie können alles, was Sie wollen, sofort haben. Die Zeiten, in denen für Dinge gespart werden musste, sind vorbei. Kredite machen es möglich und damit das Glücksgefühl, etwas endlich zu bekommen, wofür man so lange gespart hat, unmöglich. Mithalten ist das Stichwort. Wir leben in einer Konsumgesellschaft, in der materielle Dinge oft bestimmen, in welche soziale Gruppe Menschen eingeordnet werden. Das ist falsch, aber leider Realität. Weil der Durchschnittsbürger natürlich den Drang hat, dazu gehören zu müssen. Er muss mitziehen, um nicht an den Rand der Gesellschaft zu rücken.

Sorgen Sie für Ihr nachhaltiges Glück

Immer weiter, immer höher, immer schneller – die Marketingwelt verspricht uns, dass nichts unmöglich und Glück käuflich ist. Doch was ist das erkaufte Glück wirklich wert? In den meisten Fällen führt dieses erkaufte Glück nur zu einer kurzen Befriedigung der eigenen Bedürfnisse. Ein kurzes Glücksgefühl durchströmt den Körper, bevor die Suche nach dem Glückslieferanten wieder von vorn beginnt. Das Prinzip ist leicht verständlich und auf viele Bereiche in unserem Leben anwendbar: Wer günstig kauft, kauft zweimal. Wer Glück nur an materielle Dinge knüpft, wird nie aufhören zu versuchen, dieses Gefühl zu kaufen. Immer und überrall. Daher sollte es vielmehr das Ziel sein, sich das eigene Glück längerfristig zu erarbeiten. Glücksgefühle, die dadurch hervorgerufen werden, dass etwas erarbeitet wurde, haben einen anderen Stellenwert. Sie befriedigen nachhaltig, schaffen Vertrauen in die eigene Stärke und sorgen für innere Ausgeglichenheit.

Am Ende definiert jeder Mensch sein Glück selbst. Es gibt kein richtig oder falsch. Wichtig ist nur, dass Sie sich nicht von den Versprechungen der Marketingwelt locken lassen und damit einem Phantom hinterherjagen. Fragen Sie sich immer mal wieder: Was macht mich wirklich glücklich?

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