Frau fasst sich verzweifelt an Kopf

Umgang mit Lebenskrisen

Es gibt unterschiediche Gründe, weshalb Menschen in Krisen stürzen. Manche Menschen verlieren ihren Job und sehen plötzlich ihre Existenz bedroht. Andere verlieren durch eine Trennung ihren sicher geglaubten Halt. Egal, welche Ursache eine solche Lebenskrise hat: Auslöser ist meist eine Sicherheit, die auf einmal weg ist.

Der Plan für das eigene Leben schien gemacht, doch auf einmal fällt dieser eine, für sie so wichtige Baustein einfach weg. Ratlosigkeit und oft auch Hilflosigkeit führen dann in Lebenskrisen, aus denen es zunächst keinen Ausweg zu geben scheint. Doch diese Krisen, so schmerzhaft sie auch sein mögen, können auch wichtig sein im Leben. Sie dienen dazu, die eigene Persönlichkeit zu stärken und bestärken Sie darin, auch in schwierigen Zeiten an Ihren anderen Zielen festzuhalten. Wir nennen Ihnen fünf Gründe, weshalb eine Lebenskrise auch immer neue Chancen für Sie bedeuten.

1. Sie lernen Ihre eigenen Grenzen (wirklich) kennen

Ein Schicksalsschlag stellt vor allem die eigene Belastbarkeit auf eine harte Probe. Zunächst stürzen Menschen in einen Zustand der Hilflosigkeit. Gefühle überlagern sämtliche rationale Gedanken. Das ist normal. So schmerzhaft dieser Prozess auch sein mag – er ist wichtig für die eigene Persönlichkeit. Denn durch jene Krisen erfahren Sie erst, welche Kraftreserven eigentlich in Ihnen stecken. Am Anfang war der Gedanke:

„Das überlebe ich nicht!“

Dann stellen sie fest:

„Ich habe es überlebt und ich bin stärker denn je zuvor.“

Sie werden herausfinden, dass diese Krise Ihnen bewusst gemacht hat, wo Ihre vermuteten und tatsächlichen Grenzen liegen. Sie sind in der Lage, viel mehr zu leisten, als angenommen. Zu dieser Erkenntnis gelangt ein Mensch nur, wenn er echte Krisen durchlebt hat.

2. Sie erkennen die alten & neuen PrioritätenUnterstützung suchen bei Lebenskrisen

Wenn Sie in eine Lebenskrise geraten, ist am Anfang alles nur grau. Sie sehen in vielen Dingen keinen Sinn. In vielen Fällen stellt sich auch eine Art Gleichgültigkeit ein. Alltägliche Dinge verlieren an Bedeutung und es fällt schwer, regelmäßigen Verpflichtungen adäquat nachzukommen. Doch schon bald, nachdem die ersten harten Wochen überstanden sind, fangen viele Menschen an, die Geschehnisse zu verarbeiten. Damit ist auch die Erkenntnis verbunden, die Dinge, die Sie in Ihrem Leben haben, anders zu werten. Haben Sie zum Beispiel Ihren Partner durch eine Trennung verloren, bekommen enge Freunde einen ganz neuen, noch viel höheren Stellenwert. Gute Freunde unterstützen Sie, wenn Sie scheinbar am Boden sind, hören Ihnen gern stundenlang am Telefon zu oder versorgen Sie einfach mit Essen, wenn Ihre Lebenskrise Sie noch fest in der Hand hat. Sie erkennen für sich selbst, was wirklich wichtig im Leben ist. Das können Ihre Freunde, die eigene Familie und nicht selten Ihr gesamtes soziales Umfeld sein.

3. Kleinigkeiten werden zur Nebensache

Eine Lebenskrise ist ein einschneidendes Erlebnis. Es hinterlässt Spuren, oft auch seelische Narben. Wie bereits erwähnt, bietet jede Krise eine Chance, sich der eigenen inneren Stärke bewusst zu werden. Es ist aber auch für viele Menschen ein wertvoller Lernprozess, künftig alltäglichen Kleinigkeiten und Ärgernissen weniger Beachtung zu schenken. Sie merken auf einmal, dass es im Leben nicht wirklich wichtig und schon gar kein Grund zum Ärgern ist, ob Sie an der Supermarktkasse mal wieder etwas länger anstehen. Und so führt die große Krise zu der wichtigen Erkenntnis, dass das Leben zu kurz ist, um sich über scheinbar unwichtige Dinge zu ärgern.

4. Lebenskrise – die Chance auf neues Glück

Krisen, egal in welchem Ausmaß, bringen immer eine Veränderung mit sich. Wenn Sie Ihren Job verlieren, haben Sie auf einmal die Möglichkeit, noch einmal von vorn anzufangen. Zwar ist die Sicherheit erst einmal weg, aber damit auch die größte Ausrede, weshalb Sie die berufliche Veränderung vielleicht bisher gescheut haben. Eine Lebenskrise ist damit auch immer eine große Chance, die vielleicht schon ewig schlummernden Träume zu verwirklichen. Wenn nicht jetzt, wann dann? Gleiches gilt für eine Trennung. So schmerzhaft sie auch sein mag, werden Sie dennoch irgendwann feststellen, dass das Leben als Single auch Vorteile mit sich bringt. Statt Kaffeetrinken bei den Schwiegereltern am Sonntagnachmittag oder das durchaus schöne, aber oft auch eintönige Fletzen auf der Couch sind Sie nun frei. Klar, das war nicht Ihr Ziel und Freiheit definiert sich immer daraus, was Sie aus Ihren eigenen Möglichkeiten machen, aber die Chance ist jetzt da. Verwandeln Sie Ihre Lebenskrise in ein Ereignis, das vielleicht auch zum Überdenken der eigenen Ziele und eigner Ansprüche an das Leben führt. Nicht selten nehmen Lebenskrisen Entscheidungen ab, für die einem in der Vergangenheit der Mut fehlte.

5. Den Schmerz akzeptieren und sich selbst finden

Wie schnell Sie aus dieser Lebenskrise wieder herausfinden, hängt wesentlich davon ab, inwiefern Sie bereit sind, den Schmerz zuzulassen. Je mehr Sie mit sich hadern und je öfter Sie sich die Frage stellen, warum es gerade sie getroffen hat, desto länger wird dieser Prozess dauern. Gegen die eigene Lage anzukämpfen und sich selbst zu bemitleiden, ist kein guter, wenn am Anfang auch normaler Weg. Sie sollten irgendwann begreifen, dass es nichts bringt, sich gegen diesen Schmerz zu wehren und sich selbst vorzumachen, stark genug zu sein. Das sind Sie, aber jede Krise braucht eben auch Verarbeitungszeit. Diese wichtige Zeit beginnt erst dann, wenn Sie denn Schmerz zulassen und sich mit de neuen Situation auseinandersetzen. Das wird außerdem den Effekt haben – und das ist vielleicht die größte Chance einer Lebenskrise -, dass Sie zu sich selbst finden.

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